Ursprung des Zen
Zen wurzelt in der Lehre des Buddha. Jahrhunderte später brachte der Überlieferung nach der indische Mönch Bodhidharma diese Meditationstradition nach China, wo sie sich zur Chan-Schule entwickelte. Bodhidharma wird im Zen damit in Verbindung gebracht, die Lehre von Indien nach China gebracht zu haben. Er betonte direkte Erfahrung durch Meditation und die Einsicht in die Natur des Geistes, statt theoretisches Studium.
Im 12. und 13. Jahrhundert führten Mönche wie Eisai (Rinzai-Zen) und Dōgen (Sōtō-Zen) die Chan-Praktiken nach Japan: Während die Rinzai-Schule mit Kōans arbeitet, um plötzliche Einsicht zu fördern, betont die Sōtō-Schule das stille „reine Sitzen“ (shikantaza). Auf dieser Seite wird kurz das Leben des Buddha, seine zentralen Lehren in der Entstehung des Zen vorgestellt.
Über Buddha
Siddharta Gautama später als Buddha bekannt, wurde als Sohn eines Fürsten geboren. Schon in jungen Jahren interessierte er sich sehr für das Innere des Menschen und die Natur des menschlichen Geistes. Als er erstmals mit dem Leid außerhalb des Palastes in Berührung kam, verließ er sein Zuhause, um dessen Ursprung zu verstehen. Trotz vieler Lehrer und strenger Askese fand er aber keine Antwort. Schließlich erkannte er, dass Extreme nicht zum Ziel führen und beschloss, den „Weg der Mitte“ zu gehen.
Nach 49 Tagen Meditation unter einem Feigenbaum erlangte er vollständiges Erwachen – Bodhi – und wurde deshalb Buddha, der Erwachte.
Was der Buddha lehrt:
Die drei Geistesgifte
In seinen frühen Unterweisungen identifizierte der Buddha "drei Gifte" oder drei Feuer oder drei negative Eigenschaften des Geistes, die die meisten unserer Probleme - und viele Probleme in der Welt - verursachen. Die drei Gifte sind:
1. Gier (raga, auch als Lust übersetzt),
2. Hass (dvesha, oder Zorn)
3. Verblendung (moha, oder Unwissenheit).
Wir brauchen nicht weit zu schauen, um die drei Gifte zu sehen. Wir sehen sie jeden Tag – in den Nachrichten, auf den Straßen und im Miteinander. Und wenn wir ehrlich auf uns selbst schauen, erkennen wir sie auch in unserem eigenen Denken und Handeln.
Den drei Giften stehen in der Mahayana-Tradition heilsame Haltungen gegenüber, die sogenannten 6 Paramitas, die auf dem Weg zur Befreiung als unterstützend angesehen werden. Die buddhistische Praxis ist darauf ausgerichtet, diese Tugenden zu kultivieren.
1. Großzügigkeit (dana),
2. Ethisches Handeln (sila)
3. Geduld (ksanti)
4. Tatkraft (virja)
5. Meditation (dhyana)
6. Weisheit (prajna)
Die vier edlen Wahrheiten
1. Erste edle Wahrheit= Dukkha (Leid)
Dukkha wird üblicherweise mit „Leiden“ übersetzt.
Alle Arten von Leiden im Leben – Alter, Krankheit, Tod, die Verbindung mit unangenehmen Personen oder Zuständen oder die Trennung von geliebten Menschen – sind Formen von Dukkha. Aber auch Freude und das zu Haben was man will kann zu Leiden führen. Denn: Nach dem Buddhadharma ist nichts von Dauer- eine Sache verschwindet und die nächste tritt in Erscheinung. Dies nennen wir eine Kette von Ursache und Wirkung. Ebenso gibt es im Buddhadharma kein „Selbst“, keine „Seele“ und kein „Ego“, also nichts, was als dauerhaftes Selbst erkannt werden könnte.
Buddha empfahl:
Nicht Zorn oder Ungeduld sind notwendig, sondern Geduld, Intelligenz, Entschlossenheit und Energie sowie das Verständnis für die Frage des Leidens – wie es entsteht und wie man es überwinden kann.
2. Zweite edle Wahrheit= Samudaya
Der Ursprung des Leids
Buddha unterschied drei Arten von Durst:
- Durst nach Sinnesfreuden (kama-tanha)
- Durst nach Existenz und Werden (bhava-tanha)
- Durst nach Nicht-Existenz (vibhava-tanha)
Durch das Anhaften an den Erscheinungen entsteht Dukkha.
Im buddhistischen Verständnis ist alles relativ und voneinander abhängig.
Der Begriff „Durst“ umfasst nicht nur das Verlangen nach etwas, sondern auch die Anhaftung an Sinnesfreuden, Reichtum und Macht aber auch die Anhaftung an Ideen und Ideale, Ansichten, Meinungen, Theorien, Vorstellungen und Überzeugungen.
Der Begriffe „Durst“ bezeichnen ebenfalls den Wunsch bzw. den Willen zu sein, zu existieren, zu werden, mehr und mehr zu werden, mehr und mehr zu wachsen und mehr und mehr anzuhäufen.
Buddha sagt:
Solange es diesen „Durst“ nach Sein-Wollen und Werden-Wollen gibt, geht der Kreislauf der Kontinuität (Samsara) weiter.
3. Die dritte Edle Wahrheit= Niroda;
Die Beendigung von Dukkha
Um Dukkha vollständig zu beseitigen, muss man die Hauptwurzel beseitigen. Dies lernen wir im Edlen achfachen Pfad.
4. Die vierte edle Wahrheit = Magga;
Der Pfad der zur Beendigung des Leidens führt
Die vierte edle Wahrheit ist die des Weges, der zur Beendigung von Dukkha (Leiden) führt. Dieser Weg ist bekannt als der "Mittlere Pfad" (majjhima Patipada). Der Edle Achtfache Pfad ist keine numerische Reihenfolge, vielmehr geht eins ins andere über.
Mit dem Achtfache Pfad sind folgende wesentlichen Elemente der buddhistischen Schulung verbunden. Sie dürfen in unserer Übung reifen:
- Ethisches Verhalten (Sila)
- Geistige Sammlung (Samadhi)
- Weisheit (Panna).
- Mitgefühl (karuna)
- Mitfreude
Der Edle Achtfache Pfad beinhaltet:
1. Rechte Erkenntnis/Rechtes Verstehen (Samma dittha):
Beinhaltet das rechte Verstehen und die rechte Erkenntnis über die Dinge, wie sie sind. Auch das rechte Verstehen der Vier Edlen Wahrheiten ist mitinbegriffen. Gemäß dem Buddhismus gibt es zwei Arten von Verständnis:
Erstens das Wissen, also die angesammelte Erkenntnis in Bezug auf Buddhas Lehre. Zweitens das tiefe 'Durchdringung' bzw. `Hineinbohren` in diese Erkenntnis und in die wahre Natur der Dinge, welche ohne Namen und Etikett sind.
Diese Durchdringung und hineinbohren ist möglich, wenn der Geist frei ist und sich durch Meditation entwickelt kann.
2. Rechte Gesinnung (Samma sankappa):
Beinhaltet das Abstandnehmen vom selbstsüchtigen Begehren, vom Unwillen, vom Hass und von Gewalt – in allen Bereichen des Lebens, ob individuell, sozial oder politisch.
3. Rechte Rede (Samma vaca):
Beinhaltet das Abstand nehmen vom Lügen, von Verleumdungen und Gerede, welche Hass, Feindschaft, Uneinigkeit und Disharmonie, zwischen Einzelnen oder Gruppen von Menschen hervorrufen kann. Genauso wie Abstand nehmen vom groben, unhöfliche und nutzlosem Geschwätz. Die Rede sollte zur richtigen Zeit und am richtigen Ort sein. Wenn man nichts Nützliches sagen kann, ist es besser das 'edles Schweigen' zu bewahren.
4. Rechtes Tun (Samma kammanta):
Beinhaltet das Abstand nehmen von der Zerstörung von Leben, des Diebstahls, unehrlicher Geschäfte und des unheilsamen Geschlechtsverkehr. Es beinhaltet das Fördern von moralisches, würdiges und friedliches Verhalten- nicht nur für sich selbst, sondern zum Wohle aller, damit alle ein friedliches und würdiges Leben führen können
5. Rechter Lebensunterhalt (Samma ajiva):
Abstand nehmen von Berufen welche andern Schaden zufügen, wie etwa, Handel mit Waffen, Verkauf von Giften oder das Töten von Tieren und Lebewesen.
6. Rechte Anstrengung/Bemühen (Samma vayama):
Beinhaltet den stetigen Willen, zu verhindern, dass unheilsame Zustände des Geistes entstehen. Und den stetigen Willen, sich von unheilsamen Zustände, die bereits entstanden sind zu lösen und sie durch heilsame Geisteszustände zu ersetzen.
7. Rechte Achtsamkeit (Samma sati):
Beinhaltet die sorgfältig Aufmerksam und die Erkenntnis, in Bezug auf die Aktivitäten des Körpers, in Bezug auf Empfindungen/Gefühle (vedana), und der Aktivitäten des Geistes (citta), der eigenen Ideen, Gedanken und Vorstellungen.
8. Rechte Sammlung (Samma samadhi):
Beinhaltet die Praxis der Meditation und der Versenkung (Dhyana)
-Vier edlen Wahrheiten (inspiriert durch W. Rahula „What the Buddha Thaught“)
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