Lexikon
Zen-Begriffe erklärt
Auf dieser Seite findet ihr einfache Erklärungen zu wichtigen Begriffen und Fachausdrücken der Zen-Tradition. Die kurzen Definitionen helfen, die Fachbegriffe besser zu verstehen.
Bodhisattva
Bodhi = Erleuchtung
Sattva = Wesen
Ein Bodhisattva ist ein Wesen, das sich bemüht, Weisheit und Mitgefühl zu kultivieren, um anderen zu dienen und zum Wohl aller Wesen beizutragen.
Dharani
Eine Art längeres Mantra. Dharanis enthalten oft Silben mit mystischer Kraft, die nicht immer eine direkte Bedeutung haben.
Dharma
Dharma stammt aus dem Sanskrit und ist ein zentraler Begriff im Buddhismus, aber auch in anderen asiatischen Religionen. Oft übersetzt mit Lehre, Prinzip oder universelles Gesetz. Bezeichnet die Gesamtheit der Lehre, die ein Leben in Harmonie mit den universellen Gesetzmäßigkeiten ermöglicht und als Weg zur Erkenntnis dient.
Dokusan
Dokusan ist ein persönliches Treffen zwischen einem Zen-Meister oder einer Zen-Meisterin (Roshi) und einem Schüler oder einer Schülerin.
Während des Dokusans besteht die Möglichkeit, Fragen zur Praxis zu stellen, über die eigene Übung zu berichten und Anleitung zu erhalten.
Karma
Im Buddhismus die Kraft von Handlungen, Willen und Verlangen, die Ursache und Wirkung erzeugt und das Leben in Bewegung hält. Karma wirkt über den Tod hinaus und beeinflusst neue Formen der Existenz, ohne dass dabei von Belohnung oder Bestrafung gesprochen wird. Es beschreibt einen fortlaufenden Prozess, vergleichbar mit einer Flamme: weder völlig dieselbe noch völlig andere.
Kōan
Im Zen eine paradoxe Frage oder Aussage, die in der Praxis verwendet wird, um den analytischen Verstand zu überwinden und unmittelbare Einsicht zu fördern. Kōans werden oft während eines Sanzen gegeben und in Meditation und Alltag bearbeitet. Sie dienen dazu, Hindernisse zu überwinden und die Erkenntnis der Buddhanatur zu vertiefen. Vor allem in der Rinzai-Zen-Schule verbreitet.
Ein bekanntes Beispiel von Meister Hakuin (1686–1769) ist:
„Was ist der Ton einer Hand beim Klatschen?“
Kenshō (jap. 見性)
ken = sehen
shō = Natur, Wesen
Kenshō bedeutet „die eigene wahre Natur sehen“.
Beschreibt einen plötzlichen Moment der Einsicht in die eigene wahre Natur oder die Natur der Realität. Meist kurz und plötzlich, aber sehr transformierend. Wird häufig durch intensive Praxis wie Zazen oder Koan-Praxis ausgelöst.
Samādhi (Sanskrit समाधि)
bedeutet tiefe meditative Versenkung oder vollständige Sammlung des Geistes.
Samādhi ist ein Zustand der Meditation, nicht unbedingt eine Erkenntnis-Erfahrung
Sanzen
Persönliches Treffen mit dem Roshi, bei dem die Antwort auf ein Kōan präsentiert (meist ohne Worte) wird. Vor allem in der Rinzai-Zen-Schule üblich; in manchen Schulen wird es auch Dokusan genannt. Beim Sanzen wird vom Roshi ein Kōan gestellt und die Schülerin wird damit auf´s Kissen und in den Alltag geschickt.
Satori“ (jap. 悟り)
Es stammt vom Verb satoru (悟る), was „erkennen“, „begreifen“ oder „zur Einsicht gelangen“ bedeutet.
Sōtō-Zen
Eine der beiden großen Zen-Schulen in Japan. Sie wurde im 13. Jahrhundert von Dōgen gegründet und betont vor allem die Praxis des Shikantaza („nur sitzen“) als direkten Ausdruck der Buddhanatur.
Roshi
„Roshi“ ist ein Ehrentitel im Zen-Buddhismus.
Er bezeichnet einen erfahrenen Zen-Meister oder eine Zen-Meisterin. Das Wort stammt aus dem Japanischen und bedeutet wörtlich „alter Meister“ oder „alter Lehrer“. Ein Roshi hat meist viele Jahre intensiver Praxis hinter sich und ist befugt, Schüler in der Zen-Praxis zu unterweisen.
Ein Roshi wird als spiritueller Lehrer und Mentor verstanden.
Rinzai-Zen
Eine der beiden großen Zen-Schulen in Japan. Sie wurde im 12. Jahrhundert von Eisai eingeführt und geht auf den chinesischen Chan-Meister Linji Yixuan (jap. Rinzai) aus dem 9. Jahrhundert zurück. Bekannt für die intensive Arbeit mit Kōans und den direkten Lehrer-Schüler-Austausch.
Shikantaza
Nur sitzen“ – eine Form des Zazen ohne Kōans oder Techniken. Ziel ist die unmittelbare Erfahrung der Buddhanatur. Zentral in der Sōtō-Zen-Schule.
Durch das einfache Sitzen kann sich die unmittelbare Erfahrung der Buddhanatur entfalten.
Der Zen-Meister Dōgen schreibt im Shōbōgenzō:
„Nichts anderes zu tun als nur zu sitzen ist der Buddha-Dharma selbst.“
Shikantaza wird vor allem in der Soto-Zen-Schule praktiziert.
Sesshin
Sesshin ist eine intensive Form der Zen-Praxis, bei der mehrere Tage oder Wochen gemeinsam in einem Zen-Zentrum oder Kloster praktiziert wird.
Teisho
Ein Teisho ist ein formeller Lehrvortrag eines Roshi, der meist während eines Sesshin gehalten wird. Ein Vortrag eines/r *Roshis der die Essenz der Lehre ausdrückt und im Zuge eines *Sesshin gehalten wird. Ein Teisho soll anregen eine direkte Verbindung zum Roshi und zum Gesprochenen herzustellen, ohne sich ausschließlich auf die Verstandes- und Inhaltsebene zu verlassen.
Zen Meditation Salzburg
Andrea Binder
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