Elemente der Zen-Praxis
1. Zazen (Sitzmeditation)
2. Kinhin (Gehmeditation)
3. Rezitieren/Chanten von Sutras
4. Sarei (Teezeremonie)
5. Samu (alltägliches Tun)
6. Kultivieren des klaren Geistes
Zazen
Im Zazen (Sitzen in Versenkung: Dhyana) bringen wir den Geist in den Körper- sowie das Gesäß auf das Kissen. Das führt zur meditative Versenkung und zur tiefen Sammlung des Geistes (Samadhi). Dadurch entsteht Klarheit und Präsenz, die wir ins tägliche Leben tragen.
Im Zazen sitzen wir auf dem Zafu (Meditationskissen), auf einem Meditationsbänkchen oder auf einem Stuhl. Die Dinge, die in unserem Geist auftauchen nehmen wir als Teil des Daseins an, doch sie bestimmen unser Leben nicht.
Wir richten unsere Aufmerksamkeit nicht auf Licht, nicht auf Ton, auf kein Mantra und nicht auf die Analyse unserer Gedanken und Empfindungen. Wir ziehen uns nicht vor dem Leben zurück, sondern wir begegnen ihm.
Das ist am Anfang nicht leicht denn jetzt macht sich der Geist bemerkbar. Gedanken tauchen auf, Schmerzen tauchen auf- alles was wir eigentlich nicht wollen.
Wenn wir Zazen sitzen atmen wir ein und aus. Wir lassen unsere Gedanken kommen und gehen ohne ihnen eine besondere Bedeutung oder Kraft zu geben. Einfach da sein mit allem was ist. Dann kommt alles von selbst.
Und wenn wir an der Zen Praxis dranbleiben, erkennen wir, dass es noch mehr gibt als das, was wir glauben und denken zu sein.
"Im Zazen kultivieren wir den klaren Geist und dann tragen wir in die Welt wo er Wirkung zeigt." -Shodo Harada Roshi
Kinhin
Kinhin ist eine formale Gehmeditation die zwischen den Sitzperioden durchgeführt wird, um den Körper zu bewegen und sich vom Kissen zu lösen.
Während Kinhin gehen wir hintereinander, meist in einer Schleife oder im Kreis. Die Hände sind vor der Brust gehalten. Die Schritte sind gleichmäßig. Der Geist ist mit dem Körper verbunden. Einatmen und Ausatmen. Kinhin ist ein Teil der Zen-Übung. Der Zazengeist bleibt aufrecht. Wir verbinden uns mit dem Tun.
Rezitation/Chanten
Wir rezitieren Sutras – schriftliche, aussagekräftige Lehrreden, die den Dharma ausdrücken. Unter anderem rezitieren wir das Herzsutra, Sho Sai Shu und das Enmei Jikku Kannon Gyo, sowie die vier großen Bodhisattvagelübde.
Die Sutras wirken dabei auf subtile Weise. Der Zazengeist bleibt aufrecht. Wir verbinden uns mit dem Tun.
Mokugyo (木魚, wörtlich „Holzfisch“)
Holz- Trommel. Ist Taktgeber während der Rezitation und wird mit einem Schlägel angeschlagen. Symbolisch erinnert der Fisch daran– da Fische ihre Augen beim Schlafen nicht schließen, stehen sie sinnbildlich für waches, ununterbrochenes Gewahrsein.
Samu
Samu wir meistens währen der Sesshins durchgeführt. Samu ist eine Zen-Übung, die sich auf das alltägliche Tun bezieht Der Zazengeist bleibt aufrecht.
Wir tun was zu tun ist: Sich jeder Handlung voll und ganz anvertrauen.
„Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst zu tun und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Doch die Straße liegt noch immer vor einem. So darf man es nicht machen. Besenstrich für Besenstrich. Das ist sehr wichtig!“
-Beppo der Straßenkehrer
aus Momo von Michael Ende
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